Nobelpreis für Medizin 2017

Jeffrey C. Hall (*1945 New York), Michael Rosbash (*1944 Kansas City) und Michael W. Young (*1949 Miami) sind drei USA-Genetiker, die über die innere Uhr von Menschen und anderen Lebewesen forschten. Dafür erhielten sie den Nobelpreis zu gleichen Teilen.

Das Leben auf unserem Planeten ist an die Erdrotation angepaßt und folgt auch einem entsprechenden Tag-Nacht-Schlaf-Wach-Rhythmus. Molekulare Mechanismen steuern diesen Rhythmus. Diese innere Uhr des Menschen, die auch Dinge wie Körpertemperatur, Blutdruck und Immunsystem steuert, arbeitet träge. Am Erlebnis des Jetlags wird dies deutlich, wenn nach einer langen Flugreise der Körper sich an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus anpassen muß.

Die Forscher belegten auch, wie bedeutsam die Taktgebung für die Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen ist. Kommt der Mensch aus dem Takt kommt es zu Mängeln bei der Leistungsfähigkeit, es führt zur Beschleunigung von Alterungsprozessen und wirkt sich auf den Herz-Kreislauf aus. Um die innere Uhr nicht zu stören, empfehlen Schlafforscher, auf weitgehende Dunkelheit im Schlafzimmer zu achten.

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Nobelpreis für Physik 2017

Gleich drei Wissenschaftler teilen sich den Nobelpreis für Physik: Rainer Weiss (*1932 Berlin, Deutschland), Nobelpreis zu 50%, Barry C. Barish (1936 Omaha, USA) und Kip S. Thorne (*1940 Logan, USA). Sie forschten über Gravitationswellen und schufen dafür den Gravitationswellendetektor "Ligo" in Livingston, US-Bundesstaat Lousiana.

Zwei Jahre ist es her, dass die Physiker erstmals das Signal einer Gravitationswelle maßen. Mittlerweile sind vier solcher Signale aufgefangen worden. Ausgelöst wurden sie durch die Kollision zweier schwarzer Löcher.

Vierzig Jahre dauerte der Kampf um die Messgenauigkeit von "Ligo". Winzige Beben, die den eigentlich leeren Weltraum durcheilen, können empfangen werden. Die Geräte sind so empfindlich, dass selbst das Fallen von Blättern oder vorüber ziehenden Wolken zu stark ist, um dem kosmischen Beben lauschen zu können.

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Nobelpreis für Chemie 2017

Drei Forscher teilen sich den Preis für Chemie Jacques Dubochet (*1942 Aigle, Schweiz), Joachim Frank (*1940 Siegen, Deutschland) und Richard Henderson (*1945 Edinburgh, Schottland). Sie erhalten den Nobelpreis zu gleichen Teilen für ihre Arbeiten in der Mikroskopie.

Sie werden damit für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie zur hochauflösenden Strukturbestimmung von Biomolekülen in Lösungen geehrt. Dadurch können Forscher Moleküle mitten in der Bewegung "einfrieren" und Prozesse darstellen, die sie zuvor niemals gesehen hätten. Sie schufen eine neue Ära in der Biochemie. Sowohl für das Verständnis der Chemie des Lebens wie auch für die Medikamentenentwicklung ist das entscheidend.

Richard Henderson gelang es 1990 mit einem Elektronenmikroskop in atomarer Auflösung ein dreidimensionales Bild eines Proteins zu erstellen, was einen Durchbruch der Technik war. Der Deutsch-Amerikaner Joachim Frank machte die Technologie grundsätzlich anwendbar. Und Jaques Dubochet löste das Problem, dass Biomoleküle bei der herkömmlichen Elektronenmikroskopie austrocknen und zusammenfallen.

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Nobelpreis für Literatur 2017

Preisträger ist Kazuo Ishiguro (*1954 Nagasaki, Japan). Der britische Schriftsteller japanischer Herkunft habe Romane von großer emotionaler Kraft geschrieben, begründete die Schwedische Akademie ihre Wahl.

Er kam schon 1960 mit seiner Familie nach Großbritannien. Seine ersten beiden Bücher spielen in seiner japanischen Geburtsstadt, später verlegte er den Schauplatz seiner Texte in seine neue Heimat. International bekannt wurde er durch Romane wie "Was vom Tage übrig blieb", "Als wir Waisen waren" oder "Alles, was wir geben mussten".

Ishiguro schreibt nicht nur einfühlsam, fein und psychologisch genau, sondern seine Prosa rührt an die Rätsel und Abgründe der Existenz. Die ganz großen Themen packen seine Bücher an Einzelschicksalen an: Einsamkeit und gesellschaftliche Zwänge, individuelle Identität und Familienverstrickungen. Der Leser kommt Ishiguros Figuren sehr nahe - und wird wie sie mit den Tiefen und Schmerzen des Lebens, mit Selbsttäuschung und Vergänglichkeit konfrontiert.

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Nobelpreis für Frieden 2017

Die "International Campaign to Abolish Nuclear Weapons", ICAN, mit Sitz in Genf, Schweiz, erhielt den Nobelpreis. Diese internationale Organisation besteht seit 10 Jahren und ist ein Zusammenschluß von ca. 450 Gruppen aus der Friedensbewegung und Kampagnen gegen Atomwaffen.

"Durch ihre inspirierende und innovative Unterstützung der UN-Verhandlungen über einen Vertrag zum Verbot nuklearer Waffen hat ICAN eine große Rolle dabei gespielt, etwas herbeizuführen, das im heutigen Zeitalter einem internationalen Friedenskongress entspricht.", so Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des Komitees für den Friedensnobelpreis.

Der Internationalen Kampagne zur atomaren Abrüstung kommt in dieser Zeit eine politisch wichtige Bedeutung zu, angesichts der Atomtests in Nordkorea.

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Nobelpreis für Wirtschaft 2017

Der in den USA forschende Ökonomen Richard H. Thaler (*1945 East Orange, USA) hat für seine Forschungen, er lehrt an der Universität in Chicago, zur Psychologie wirtschaftlicher Entscheidungen den Nobelpreis erhalten. Er habe die Wirtschaft menschlicher gemacht, erklärte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie.

Seine Analysen belegen, dass sich Menschen vieles „vernünftig“ im Kopf zurechtlegen mögen – im kritischen Moment aber einen anderen Beschluss fassen. Wir blenden nicht selten die reine Vernunft aus, andere Einflüsse, Gefühle, Erfahrungen und besondere Vorlieben übernehmen das Ruder, sogenannte Bauchentscheidungen, selbst wenn es noch so rationale Gründe dagegen gibt.

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