Nürnbergs Städtepartnerschaften
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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Antalya
Wappen von Antalya Nürnbergs Partnerstadt seit 1997
Antalya
Türkei

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Atlanta
Wappen von Atlanta Nürnbergs Partnerstadt seit 1998
Atlanta
Georgia (USA)

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Charkiw
Wappen von Charkiw Nürnbergs Partnerstadt seit 1990
Charkiw
Ukraine

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und ein großes Industriezentrum, Kultur und Wissenschaft. Die Stadt hat ca. 1,6 Millionen Einwohner. Gegründet wurde sie 1656. Charkiw besitzt eine interessante Astronomie-Vergangenheit und Gegenwart, die in keinem Reiseführer erwähnt wird.

Planetarium Juri Gagarin

Das Planetarium liegt im Stadtzentrum und leicht erreichbar. Unauffällig steht der große Bau inmitten der Häuserreihe und erinnert äußerlich nicht an ein Planetarium. Eher noch fällt von der Straße die kleine Sternwartenkuppel auf.

Ein Vortragssaal ist mit Plastiken, Bildern und buntverglasten Fenstern astronomischer Motive geschmückt. Erd- und Mondglobus, Schautafeln und Vitrinen enthalten Ausstellungsstücke zu wechselnden Themen, u.a. über Juri Gagarin, der 1961 zum ersten Menschen im Weltall wurde.

Der Zutritt ins eigentliche Planetarium liegt im ersten Stock. Der Projektionsraum besitzt einen Durchmesser von rund 15 m und bietet 180 Zuschauern Platz. Der Planetariumsprojektor ist ein ZKP-2 Gerät von Zeiss-Jena.

Beim Besuch im Jahre 1992 führte uns Frau Nina Davidovna She Hosova durchs Planetarium. Auch der von anderen Planetarienbesuchen bekannte Sternenhimmel, die Horizonteinblendungen oder die Sonderprojektoren für Spezialeffekte für Raumfähren, Kometen usw. gibt es hier.

Wir steigen zur Sternwarte rauf. In der Kuppel steht ein kleines Meniskas-Teleskop von Zeiss-Jena. Eine größere Investition ins Fernrohr lohnt nicht, bedauerlicherweise vibriert der Teleskopsockel, wenn die U-Bahn unterm Gebäude durchfährt und verwackelt die Beobachtungen.

Sternwarte

Die Sternwarte liegt inmitten der Stadt in einem Park neben der Universität. Die Gebäude sind von Bäumen umstanden. Schon vor dem Betreten des Geländes wird ersichtlich, dass dort keine praktische Beobachtung mehr betrieben werden kann. Der Direktor der Sternwarte, Wladimir Nikolaewich, erläuterte die Geschichte der Sternwarte und zeigte die vorhandenen Geräte, an denen die Studenten ausgebildet werden. Die eigentliche Sternwarte, auf der optische Beobachtungen gemacht werden, liegt ca. 70 km außerhalb der Stadt Charkiws in der Nähe des Radioteleskops UTR-2.

Die Gründung der Sternwarte erfolgte 1883 als Universitätssternwarte. Eine Universität gab es seit 1805. Die Sternwarte erwarb sich einen guten Ruf durch ihre astrometrischen Forschungen. Planetenforschung war und blieb bis heute ein Schwerpunktbereich. Außerdem wird traditionell Photometrie und Solarphysik betrieben.

Beispielsweise wurde N. Barabashov (1894-1971) durch seine zahlreichen Marsbeobachtungen bekannt. 1926 veröffentlichte er eine Karte des Mars. Von 1933 bis 1939 machte er photometrische Aufnahmen vom Mars in verschiedenen Wellenlängen und er definierte optische Charakteristiken des Planeten.

Ludwig und Otto Struve

Die Geschichte der Sternwarte ist mit dem Namen der bekannten Astronomenfamilie Struve verbunden. Ludwig und Otto Struve wirkten in Charkiw.

Die Familienchronik der Struves weist insgesamt sechs Astronomen aus. Die Dynastie der Struves in der Astronomie begann mit dem berühmten Friedrich Georg Wilhelm Struve (1793-1864), der Direktor der Sternwarte in Pulkowo wurde. Er hatte einen Sohn, Otto Wilhelm (1819-1905), der seinem Vater als Direktor der Sternwarte Pulkowo folgte. Zwei Söhne Otto Wilhelms, Herman (1854-1920) und Ludwig (1858-1920), wurden Astronomen, und jeder hatte einen Sohn, Georg (1886-1920) und Otto (1897-1963), die ebenfalls Astronomen wurden. Mit Otto Struve endete die Struve Dynastie in der Astronomie.


Sternwarte Pulkowo


(Friedrich Georg) Wilhelm Struve
* 15. April 1793 in Altona
† 23. November 1864 in Pulkowo
Otto Wilhelm von Struve
* 7. Mai 1819 in Dorpat
† 16. April 1905 in Karlsruhe
(Gustav Wilhelm) Ludwig von Struve
* 1. November 1858 in Pulkowo
† 4. November 1920 in Sewastopol
(Karl) Hermann von Struve
3. Oktober 1854 in Pulkowo
† 12. August 1920 in Bad Herrenalb
Otto von Struve
* 12. August 1897 in Charkow
† 6. April 1963 in Berkeley
Georg (Otto Hermann) von Struve
* 29. Dezember 1886 in Pulkowo
† 10. Juni 1933 in Berlin


Gustav Wilhelm Ludwig Struve (1.11.1858 Pulkowo - 4.11.1920 Sewastopol) arbeitete zunächst an den Sternwarten Pulkowo und Tartu. 1894 zog er nach Charkiw, wo er zuerst außerordentlicher Professor und dann von 1897 bis 1919 ordentlicher Professor für Astronomie und Geodäsie wurde. Gleichzeitig leitete er als Direktor der Universitätssternwarte Charkiw. 1912 berief man ihn als Dekan an die Fakultät für Mathematische und Physikalische Wissenschaften. Sein Hauptarbeitsgebiet war die theoretische Astronomie.

1919 zog Ludwig Struve mit seiner Familie auf die Krim, um die Gesundheit seines Sohnes Werner zu verbessern. Er nahm eine Professur an der Tauris Universität in Simferopol an. Doch Sohn Werner und eine junge Tochter starben.

Sein drittes Kind, Sohn Otto, (12.8.1897 Charkiw - 6.4.1963 Berkely/Californien) wurde zum letzten von sechs Astronomen in der Familie Struve. In Charkiw begann er 1914 Astronomie zu studieren. Doch der erste Weltkrieg unterbrach sein Studium und er mußte die Artillerieschule besuchen. Otto Struve kämpfte als Offizier an der Türkischen Front.

Nach Kriegsende setzte er an der Universität in Charkiw sein Studium fort und machte einen erstklassigen Abschluss in Astronomie. Nur kurze Zeit konnte er als Assistent an der Universität arbeiten, dann wurde er 1919 zur Armee unter General Denikin gerufen, der im ausgebrochenen Bürgerkrieg gegen die Rote Armee kämpfte. Die verbliebenen Reste der Denikin Armee flüchtete per Schiff von der Krim in die Türkei, unter ihnen Otto Struve. Oftmals dem Hungertod nahe, lebte er in Konstantinopel.

1921 erhielt er eine Einladung von Prof. E. B. Frost, dem Direktor der Yerkes-Sternwarte in den USA. Elf Jahre später wurde Otto Struve Direktor der Yerkes-Sternwarte. 1939 gründete und leitete er die McDonald Sternwarte. 1950 erhielt er eine Professur an der Universität von Kalifornien in Berkely. Von 1952 bis 1955 war er Präsident der Internationalen Astronomischen Union (IAU). 1959 übernahm er die Direktion des National Radio Astronomical Observatory in Green Bank.

Otto Struves Hauptarbeitsgebiete waren die Stellarastronomie und Kosmologie. Bekannt wurde er einem breiteren Publikum durch zwei Bücher über die Sternentwicklung und über die Astronomie im 20. Jahrhundert, sowie durch viele Artikel in Sky & Telescope.


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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Glasgow
Wappen von Nizza Nürnbergs Partnerstadt seit 1985
Glasgow
Schottland (GB)


Die Astronomie fällt im Straßenbild von Glasgow nicht auf. Zu sehr überdeckt die Stadtarchitektur die astronomischen Bauten. Und wer im Straßenverzeichnis die "Observatory Road" findet und ihr folgt, geht leer aus: Die Sternwarte, zu der die "Observatory Road" führte, existiert nicht mehr. Die Universitätssternwarte befindet sich heute auf dem Campus der Universität selbst.

Die Anfänge der Universitätssternwarte gehen bis ins Jahr 1757 zurück. Die erste Sternwarte entstand in Dowhill, im Südosten des Universitätsgeländes, und wurde Macfarlane Observatorium genannt nach Alexander Macfarlane, einem Händler in Jamaica, der eine Sammlung astronomischer Instrumente hinterließ.

Nach rund 70 Jahren holte die starke Industrialisierung und das Wachstum der Stadt Glasgow die Sternwarte ein und erschwerte die Arbeit so sehr, das 1841 eine neue Sternwarte am westlichen Ende von Dowanhill errichtet wurde, Meilen weit von der zentralen Stadtlage entfernt.

Aber auch diese Sternwarte erlebte das Schicksal ihrer Vorgängerin. In 1939 wurde eine neue Sternwarte errichtet. Aber damit nicht genug, eine nun mehr vierte Sternwarte entstand 1969. U.a. erhielt sie auch Radioteleskope. In den späten 1980er Jahren gründete man eine Außenstation und verlegte dort hin das 0,5 m Teleskop an den besseren Beobachtungsplatz in den Kilpatrick Hills weit außerhalb der Stadt.


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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Hadera
Wappen von Hadera Nürnbergs Partnerstadt seit 1995
Hadera
Israel

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Kavala
Wappen von Kavala Nürnbergs Partnerstadt seit 1998
Kavala
Griechenland

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Krakau
Wappen von Krakau Nürnbergs Partnerstadt seit 1979
Krakau
Polen

Krakau zählt zu den interessantesten Städten Polens. Sie gilt als die "heimliche" Hauptstadt Polens. Ihre Altstadt und der Wawel (die ehemalige Residenz der polnischen Könige) zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bedeutung Krakaus liegt nicht in seiner Größe, sondern darin, dass hier die Wurzeln der polnischen Nationalidentität liegen. Ein wenig davon spiegelt sich ebenso in der astronomischen Geschichte der Stadt wieder.

Schon im Jahre 1000 wurde hier ein Bistum gegründet und 1098 wurde Krakau von König Kasimir dem Erneuerer zur polnischen Hauptstadt ernannt. Über Jahrhunderte wurden in Krakau polnische Monarchen gekrönt und begraben. Hier wurde die älteste Universität Polens gegründet, die die Stadt zum bedeutenden Wissenschafts- und Kulturzentrum Osteuropas machten und an der Nicolaus Copernicus studierte.

Heute leben etwa 750000 Einwohner in Krakau. Viele historische Sehenswürdigkeiten und kulturelle Veranstaltungen ziehen Gäste an, so dass dem Tourismus ein wichtiger Stellenwert zukommt.

Versuche, eine Sternwarte in Krakau zu gründen, gehen bis weit ins 18. Jahrhundert zurück. 1749 entstand ein Programm zur astronomischen Forschung, das aber noch warten musste, da erst 1776 ein Gebäude, eine Jesuiten-Villa mit Grundstück, zur Verfügung stand. Den Ausbau zur Sternwarte fasste man 1780. Gelder standen ab 1784 zur Verfügung und Sniadecki wurde mit dem Aufbau der Sternwarte betraut.

Jan Sniadecki

Jan Sniadecki (1756-1830) war der hervorragendste polnische Astronom jener Zeit. Er studierte Mathematik und Physik an der Krakauer Akademie und erhielt mit 19 Jahren den Titel Doktor der Philosophie. Im gleichen Jahr begann er, Vorlesungen in Mathematik zuhalten.

Krakau: Postkarte

Der Werteindruck der Postkarte zeigt Jan Sniadecki, links ist die Sternwarte Krakau abgebildet. Der Sonderstempel ist Jan Baranowski (1800-1875) gewidmet, der die Werke von Copernicus übersetzte.

1780, als Sniadecki Kandidat für eine Professur an der Akademie war, wurde er nach Paris geschickt, um seine Studien mathematischer und astronomischer Probleme unter Laplace und d'Alembert zu vertiefen. Kurz nach seiner Rückkehr aus Frankreich erhielt er eine Professur für Mathematik und Astronomie in Krakau.

Während seiner akademischen Laufbahn brach Sniadecki mit akademischen Traditionen und setzte sich für Reformen ein. Beispielsweise hielt er Vorlesungen in polnisch statt wie damals üblich in lateinisch.

Sniadecki ging wiederum ins Ausland und holte sich Anregungen bei französischen und englischen Sternwarten. In England arbeitete er mehrere Wochen bei William Herschel.

Die Krakauer Sternwarte

Der Umbau der Villa, 1776, in eine Sternwarte war sehr teuer und brachte kein gutes Ergebnis. Das Gebäude der Krakauer Sternwarte - es steht bis auf den heutigen Tag unverändert da - eignete sich von Beginn an nicht für astronomische Zwecke. Der Hauptraum mit zwölf Fenstern war nach Sniadeckis Meinung eher fürs Tanzen als für astronomische Beobachtungen geschaffen. Dennoch, die ersten Beobachtungen begannen 1791.

Die ersten Instrumente kamen vom Jesuitenkolleg in Posen: Ein Canviet Quadrant mit einem Radius von fast einem Meter, ein kleines Linsenfernrohr und zwei Uhren. Aus dem Ausland ergänzte Sniadecki die Sammlung durch einen Zwei-Zoll Meridiankreis und eine siderische Pendeluhr. Sniadecki stellte ein umfangreiches Beobachtungsprogramm auf: Es enthielt die damals wichtigsten astronomischen Aktivitäten, Beobachtungen neu entdeckter Himmelserscheinungen und Veränderliche Sterne.

Sniadecki arbeitete 30 Jahre an der Krakauer Sternwarte und versuchte, sein ehrgeiziges Forschungsprogramm zu erfüllen. Politische Verhältnisse erschwerten jedoch die wissenschaftlichen Arbeiten. Nach der Teilung Polens - Krakau wurde zuerst von Preußen und dann von Österreich besetzt - interessierten sich die fremden Herrscher nicht für polnische Wissenschaft und Kultur. 1803 gab Sniadecki schließlich auf, verließ Krakau für drei Jahre und nahm danach eine Stelle an der Akademie in Wilna an.

Während seiner Zeit in Krakau wurde Sniadecki als ausgezeichneter Beobachter bekannt, und die Sternwarte erreichte europaweite Anerkennung. Seine Nachfolger Leski, Kodesch und J.J. Littrow, der später als Direktor der Wiener Sternwarte bekannt wurde, konnten nicht verhindern, dass die astronomische Arbeit in den nächsten zwanzig Jahren zurück ging.

1825 übernahm Maximilian Weisse (1798-1863) das Direktoriat. In Österreich geboren, hatte er in Wien studiert und als Assistent an der Wiener Sternwarte gearbeitet. Unter seiner Leitung erhielt die Forschung neuen Auftrieb. Er ergänzte die instrumentelle Ausrüstung durch moderne Geräte wie einen Utzschneider Refraktor mit Objektivdurchmesser von 11,6 cm aus München (Merz und Mahler). Gemessene Positionen von Sternen, Planeten und Kometen erschienen systematisch in den Astronomischen Nachrichten. Das Hauptwerk war ein zweibändiger Sternkatalog, der neben eigenen Beobachtungen auch die von Bessel enthielt. Der Sternkatalog wurde berühmt und diente als Basis für Struves Forschungen zur Stellarstatistik, veröffentlicht in seiner grundlegenden Arbeit Etudes d'astronmie stellaire von 1847. Weisse blieb bis 1861 Direktor.

Weisses Nachfolger Franciszek Karlinksi (1830-1906) konnte leider nicht an die vergangenen Erfolge anknüpfen. Die Beobachtungen erstarrten zu Routinearbeiten. Auch der nächste Direktor, Maurycy Pius Rudzki (1862-1916), vermochte nicht, diese Situation zu ändern.

Tadeusz Banachiewicz

Tadeusz Banachiewicz (1882-1954) trat seinen Dienst 1919 an. Er war ein vielseitiger Wissenschaftler. Neben seinen hervorragenden theoretischen Kenntnissen in der Himmelsmechanik verfügte er über ebenso gute Beobachtungsfähigkeiten, die er während seiner Arbeiten in Kazan und Tartu gewonnen hatte. Seine Auffassung war, dass eine Sternwarte zum Beobachten da sein sollte. Und so begann er, neue Beobachtungsprogramme zu erstellen und die inzwischen zu Museumsstücken gewordenen Instrumente durch neue zu ersetzen.

Von Interesse ist, dass Banachiewicz die Idee vertrat, periodische Bedeckungen in Doppelsternsystemen seien eine zeitliche Erscheinung, die unabhängig von der Erdumdrehung gelte. Obgleich seine Idee falsch zu sein schien, war das Beobachtungsmaterial von großen wissenschaftlichen Wert.

Für die neuen Instrumente galt es, einen Standort zu finden, da die alte Sternwarte jetzt mitten in der Stadt lag. Da es allen anderen polnischen Sternwarten ebenso erging, gelang es Banachieswicz, ein nationales Astronomisches Institut zu organisieren, unabhängig von irgendeiner Universität und allen polnischen Astronomen dienend.

1922 kam es zur Gründung einer Beobachtungsstation in Lysina, 912 m hoch und 30 km südöstlich von Krakau gelegen. Auf Grnd fehlender Gelder konnte das dringend benötigte Projekt nicht beendet werden. Nur gelegentlich besuchten Krakauer Astronomen für meteorologische und astronomische Beobachtungen die Außenstation. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie durch die deutschen Truppen total zerstört.

Neben der Beobachtung Veränderlicher Sterne mit einem Refraktor von 20,3 cm Durchmesser und einer Brennweite von 2,85 m galt Banachiewicz Interesse der Geodäsie, den Sonnenfinsternissen und theoretischen Arbeiten. Für die Finsternisbeobachtung benutzte er ein von ihm selbst entwickeltes photographisches Instrument, einen "Chronocinematographen". Die theoretischen Arbeiten beschäftigten sich mit der klassischen Himmelsmechanik und mit der Anwendung der Matrixrechnung ("Krakowianow") auf verschiedene astronomische und geodätische Probleme.

Der Zweite Weltkrieg und die deutsche Besetzung brachten viele Einschränkungen. Die Deutschen setzten als kommissarischen Leiter der polnischen Sternwarten Kurt Walter von der Berliner Universität ein. Die Arbeit kam zum Erliegen. Krakauer Astronomen setzten ihre Arbeit fort, hielten sie aber verborgen. Banachiewicz kam für drei Monate ins Konzentrationslager Sachsenhausen.

Nach dem Krieg übernahm Banachiewicz wieder sein Amt und behielt es bis zu seinem Tod 1954.

Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit brachte große Veränderungen. Es dauerte bis 1964, ehe eine neue Beobachtungsstation für neue Instrumente eröffnet werden konnte. Sie liegt 12 km von der Stadt entfernt, 300 m hoch bei einer ehemaligen Festungsanlage - daher auch der Name Feste Skala. Dort wird auch Radioastronomie betrieben: ein 7 m und ein 15 m Radioteleskop entstanden, letzteres im Selbstbau.

Quelle (Erstveröffentlichung):
Schmidt, Eckehard: Astronomie in Nürnbergs Partnerstädten: Krakau,
in Regiomontanusbote, 2/1993, Seite 3-6.

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Nizza
Wappen von Nizza Nürnbergs Partnerstadt seit 1954
Nizza
Frankreich

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Prag
Wappen von Prag Nürnbergs Partnerstadt seit 1990
Prag
Tschechische Republik

Einleitung

Prags Name verbindet sich mit den goldenen Zeitaltern der Astronomie. Ob Tycho Brahe und Johannes Kepler im 16./17. Jahrhundert oder Christian Doppler und Albert Einstein im 19./20. Jahrhundert, sie alle legten in dieser europäischen Metropole Grundsteine für eine moderne Astronomie.

Besonderheiten instrumenteller Art sind die Astronomische Uhr am Rathaus des Altstädter Markts, die Instrumente von Jost Buergi und Erasmus Habermel und anderer im Technischen Nationalmuseum.

Architektonisch ragt das barocke Klementinum heraus, ein früheres Jesuitenkolleg und heute Nationalbibliothek (u.a. mittelalterliche astronomische Handschriften, historische Sternwarte).

In Prag liegen Reisefacetten sehr eng beieinander. Gegenwart und Geschichte der Astronomie geben sich die Türklinke Hand in Hand. Viele Sehenswürdigkeiten liegen räumlich nah, so dass sich Spaziergänge und öffentliche Verkehrsmittel anbieten.

Unterwegs zwischen Burg und Astronomischer Uhr

Start einer astronomischen Besichtigung soll die Prager Burg sein. Am Anfang steht die Orientierung. Der Besucher erblickt von der Höhe die langsam fließende, breite Moldau am Fuß des Hügels. Der Blick geht zum Horizont und ordnet die Himmelsrichtungen zu. Der Besucher kann versuchen, Horizontastronomie zu betreiben und den Jahreslauf von Sonne und Sterne abschätzen.

Eigentlich fühlt sich der Besucher an die Situation vom Sonnenobservatorium im Deutschland liegenden Goseck erinnert: nur ist hier in Prag alles sehr viel größer: Der Bergrücken und das weite Tal mit dem Fluss. Kreisgrabenanlagen fanden Archäologen in der Prager Region ebenfalls, wie die Ausstellungsstücke im Schloss von Benatky dokumentieren. Seit der Frühgeschichte ist dies Gebiet um Prag bevölkert.

Die Prager Burg wurde im 9. Jahrhundert gegründet und alle Generationen hinterließen ihre Spuren an dem Bau. Die Funktion der Burg als Sitz des Herrschers blieb aber stets die gleiche. Heute ist sie die offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

Bei so viel Stolz auf eine so lange politische Geschichte nimmt es kein Wunder, dass auch mal überzeichnet wird. Die aufgehende Sonne als Symbol für eine neue gesellschaftliche Zeit ist bekannt. Die aufgehende Sonne gilt als zukunftsweisend; dagegen stimmt eine untergehende Sonne nachdenklich und traurig. Als die tschechoslowakische Post im Jahre 1918 eine Freimarkenserie herausgab, bildete sie die Prager Burg mit einer im Hintergrund stehenden Sonne ab. Die Sonne sollte die neue Republik und Freiheit symbolisieren. Astronomisch betrachtet konnte die Sonne, wenn überhaupt, nur untergehen, ein typischer Fehler auf Briefmarken; die Burg war in Nordwest-Richtung abgebildet worden. Spätere Briefmarkenausgaben mit ähnlichem Motiv zeigen nur eine allgemeine Aufhellung an der Stelle, wo die Sonne stand.

Während der Besucher den Weg bergab nimmt, geht sein Blick aufs andere Ufer flussabwärts, wo der Ortsteil Vysehrad, mit Prags zweiter Burg, liegt. Durch geistliche Einrichtungen, wie Kirchen und Kollegien, entwickelte sich Vysehrad zu einem Bildungszentrum. Hier betrieb man auch Astronomie. Es entsteht 1085 der Kodex von Vysehrad, sogenannter astronomischer Kodex, eine der ältesten bekannten romanischen Buchmalereien.

Wie oft mag Johannes Kepler von Zuhause aus den Königsweg über die Karlsbrücke, bis 1842 die einzige Verbindung über den Fluss, zum Hradschin gegangen sein?

Über die Karlsbrücke geht es nun zum Altstädter Brückenturm, der schönste gotische Brückenturm Europas. Der Turm steht auf dem ersten Brückenpfeiler der Karlsbrücke. Um 1380 fertig gestellt.

Die östliche Stirnseite birgt in sich eine astrologisch-kosmologische Symbolik. Es ist das ganze damals bekannte Weltall mit seiner Hierarchie zu erkennen. Unten ist figürlich der Mensch in seiner irdischen Sphäre dargestellt. Das Torgewölbe mit reichlich gotischer Verzierung verbildlicht die Mondsphäre, darüber befindet sich die Sonnensphäre mit der Zentralfigur des Heiligen Veit und den Statuen von Karl IV. und Wenzel IV. Das höchste Stockwerk veranschaulicht die Sternensphäre mit zwei irdischen Schutzheiligen - Adalbert und Siegmund. Ganz oben dann die Statue eines einschwänzigen, also astrologischen Löwen, keineswegs die eines doppelschwänzigen heraldischen Löwen.

Klementinum und Staatliche Nationalbibliothek

Gebaut von Jesuiten, die ab 1556 nach Prag geholt worden waren, errichtet über einem früheren Dominikanerkloster. Neben der Burg ist dies der größte Baukomplex Prags zunächst bestehend aus Druckerei, Schule, Bibliothek und Theater.

Für astronomische Beobachtungen wurde ein spezieller Turm errichtet, der 1722 fertig gestellt wurde. Noch zu identifizieren durch die Statue des Atlas, der auf den Schultern das Weltall trägt. Hier war lange Zeit das bedeutende astronomische und meteorologische Observatorium eingerichtet. Von diesem Turm aus wurden noch im 19. Jahrhundert astronomische Beobachtungen durchgeführt. Bis Anfang des letzten Jahrhunderts wurde von hier per Zeichen 12 Uhr mittags angezeigt und durch den Abschuss einer Kanone auf dem Letnahang der Bevölkerung akustisch verkündet. Inzwischen ging die Nachfolge der Astronomie auf die Sternwarte in Ondrejov über.

Heute beherbergt das Klementinum die Nationalbibliothek. Ihre Büchereien und Säle beherbergen große Mengen der berühmten astronomische Werke (z.B. von Tycho Brahe) und Instrumente (Erdgloben, Himmelsgloben, Armillarsphären, Sextanten, Quadranten, astronomische Uhren, Fernrohre usw.). Sehr bedeutend und historisch kostbar sind auch die Deckengemälde mit den astronomischen Symbolen.

Kepler-Museum

Seine Eröffnung erfolgte am 25.8.2009 während der Internationalen Kepler-Konferenz in Prag. Von 1607 bis 1612 wohnte Kepler in der Karlova im Haus Nr. 4 "Zur französischen Krone" (gegenüber des Klementinums). Ein kleiner Raum im Parterre, vom Innenhof zugänglich, zeigt, wie Johannes Kepler in Prag lebte und wirkte. In seiner 12jährigen Prager Zeit schuf er seine bedeutendsten Werke.

Die Herausgabe der "Astronomia Nova" erfolgte 1609 und bot 400 Jahre später Anlass ihn im Rahmen des Internationalen Jahres der Astronomie zu ehren. Zwei seiner nach ihm benannten Planetengesetze beschrieb er in seinem Werk.

Altstädter Turmuhr

Der Rathausturm ist 69,5 m hoch. Monumental nimmt sich dazu die Rathausuhr aus. Das schöne Meisterwerk wurde im Jahre 1410 vom Uhrwerkmeister Mikolás von Kadan (Nikolaus aus Kaaden, Erzgebirge) hergestellt. Im Jahre 1490 ist die Turmuhr vom Uhrwerkmeister Hanus ergänzt und vervollkommnet worden.

Die Turmdekoration ergänzen bewegliche Figuren. Zu jeder vollen Stunde von 8-20 Uhr defilieren oben in den zwei Fensterchen Figuren der 12 Apostel. Haupt- und wertvollste Teile der Turmuhr zeigen Zeit, Sonnen- und Mondposition über dem Prager Horizont und auf der Ekliptik, Mondphase und andere astronomische Angaben.

Unterhalb der astronomischen Sphäre befindet sich eine Allegorie von zwölf Monaten, die der tschechische Maler Josef Manes im Jahre 1865 geschaffen hat.

Teynkirche

Im Inneren befindet sich das Grab von Tycho Brahe. Laut Vertrag mit Dänemark ist es exterritoriales Gebiet und wird von Dänemark gepflegt. Der rotweiße Blumen- und Schleifenschmuck vor dem senkrecht stehenden Gedenkstein erinnert an die Nationalfarben Dänemarks.

Die Teynkirche entstand ab Mitte des 14. Jahrhunderts und 1511 beendet. Ihre Türme sind mehr als 70 m hoch.

"Die Chancen stehen gut, dass das Rätsel um den Tod des dänischen Astronomen im Jahr 1601 gelöst wird. Das Kulturamt im Prager Rathaus hat endlich die Erlaubnis erteilt, dass eine Gruppe von dänischen und tschechischen Experten Tycho Brahes Grab in der Teynkirche öffnen und seine Knochen-, Haar- und Kleidungsreste analysieren, schreibt die dänische Zeitung Politiken.

Dadurch hoffen die dänischen Experten die Frage beantworten zu können, ob Tycho Brahe an einer Quecksilbervergiftung starb oder ob er ermordet wurde.

Vor einigen Jahren hat ein schwedischer Professor ein Tagebuch gefunden, in dem ein entfernter Verwandter von Tycho Brahe, Erik Brahe, andeutet, den Astronomen vergiftet zu haben. "Ich freue mich, dass wir nun einen festen Termin für den Beginn unserer Arbeit haben." sagt der Archäologe Jens Vellev, der die dänische Forschergruppe leiten soll. Für Jens Vellev, Lektor an der Abteilung Mittelalter- und Renaissancearchäologie an der Universität Aarhus, war es ein langer Prozess, die Erlaubnis zur Öffnung des Grabes zu erhalten." (Quelle: Forskere må nu åbne Tycho Brahes grav, in Flensborg Avis, 4.2.2010, Seite 32, Übersetzung von Ragna Mewes)

Meridian

Am Altstädter Ring, der Platz zwischen Teynkirche und Altstädter Rathaus mit astronomischer Uhr, liegt ungefähr in der Platzmitte der sogenannte Prager Meridian. Er markiert die Stelle, wo im Mittelalter die genaue Ortszeit bestimmt wurde. Später fiel diese Aufgabe der Sternwarte im Klementinum zu. Zwischen beiden ergibt sich eine Zeitdifferenz von 1,5 Sekunden.

Früher stand hier eine 18 m hohe Mariensäule zur Erinnerung an die Habsburger und die Schlacht von 1620, 27 Herren hingerichtet. Ihr Schattenwurf diente der Zeitbestimmung. Ende des 1. Weltkrieges wurde die Säule zerstört.

Hradschin

Für die Prager ist der Hradschin nicht nur die Burg, sondern ein ganzer Stadtteil. In ihm liegen vor allen Dingen die Stätten, wo Johannes Kepler und Tycho Brahe zusammen arbeiteten. Trefflich dokumentiert dies das vom Bildhauer Jrzef Vajce geschaffene Kepler/Brahe-Denkmal an der Ecke Keplerova/Parierova. Es steht vorm Platz des ehemaligen Wohnhauses von Jacob Curtius, das Brahe nach seiner Ankunft in Prag bewohnte (von dem Gebüude sind nur noch unbedeutende Reste erhalten, heute steht hier das Johannes-Kepler- Gymnasium).

In der Straße "Novi Svet" (Neue Welt), Nummer 1, wohnte Tycho Brahe während des Umbaus des Curtius-Hauses, eine Tafel am Haus erinnert daran.

Brahe folgte am 13.10.1601 einer Einladung in den Schwarzenberg Palast, als er während der Mahlzeit erkrankte und wenig später verstarb.

Das Belvedere wurde für die Königin Anna in der östlichen Ecke des Königlichen Gartens von Kaiser Ferdinand I. errichtet. Der Bau aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. gilt vielen als der schönste Renaissance-Bau nördlich der Alpen. Von hier aus beobachteten Brahe und Kepler gemeinsam.

Karlsuniversität

Sie wurde im Jahre 1348 durch den böhmischen König Karl IV. gegründet. Von Beginn an lehrte man hier Astronomie. Parallel dazu wurde hier auch Mathematik und Geometrie unterrichtet. Manchen böhmischen Astronomen wie Tadeús Hájek (Thaddaeus Hagecius ab Hagek wurde auch Thaddaeus Nemicus genannt) verdanken wir, dass in Prag so astronomische Persönlichkeiten wie Tycho Brahe und Johannes Kepler gearbeitet haben.

Die Karlsuniversität ist die älteste deutschsprachige Universität, man studierte Theologie, Astronomie und Philosophie (Anmerkung: Wien ist die zweitälteste, Heidelberg, 1386, die drittälteste deutschsprachige Universität).

Nationalmuseum

In seinen Sammlungen finden sich über 300 Stücke von Meteoriten wie Eisenmeteoriten, Steinmeteoriten und über 20 Mesosiderite. Darunter das Originalfundstück des in der Meteoritengeschichte erstmaligen Falles, dass der fotografierte Niedergang eines Meteoriten zu einem konkreten Fund führte.

Planetarium Prag

Unter einer 23,5 m Kuppel finden 210 Zuschauer Platz. Der Projektor ist das Cosmorama, ein Modell von Carl Zeiss - Jena. Auf internationale Besucher ist man eingestellt. Häufiger wird ein englischsprachiges Programm vorgeführt. Es ist das größte Planetarium in Tschechien.

Am 20. November 1960 wurde das Planetarium eröffnet. Schon der erste Projektor kam aus Jena und war bis 1988 im Einsatz. Heutzutage ist es im Planetariumsfoyer zu besichtigen. Dieses Foyer ist für Dauer- und Wechselausstellungen gestaltet. Mittels Schautafeln, einem Kleinprojektor ZKP-1 und Displays werden Sonderthemen präsentiert.

Die mediale Ausstattung des Planetariums geht viel weiter als Astrotrotter zunächst vermutet. Ein neuer Raum bietet Vorführungen mit Computeranimationen und Virtual Reality.

Organisatorisch sind das Planetarium, die Volkssternwarte und die Außensternwarte Dablice miteinander verbunden.

Stefanik-Sternwarte Prag

Die Sternwarte wurde durch die Böhmische astronomische Gesellschaft und die Stadt Prag als Volkssternwarte gegründet. Seit 1953 ist sie eine Einrichtung der Stadt Prag mit fest angestelltem Fachpersonal. Das Sternwartengebäude wurde in den Jahren 1928-33 errichtet und 1971-75 ausgebaut. Als Fundament dient die historische Mauer der Stadtbefestigung. Die Nordstützmauer und die Hauptkuppel sind durch die 600 Jahre alte "Hungermauer" mit dem Burgturm verbunden. Das Erdgeschoss des westlichen Flügels ist 200 Jahre alt. Der Rest vom Erdgeschoss und die Kuppel sind ca. 80 Jahre alt. Der erste Stock ist neu und wurde der Umgebung angepasst.

Die Ausstattung der Sternwarte ist gut. In der Westkuppel (Zapadni Kopule) steht das Spiegelteleskop vom Typ Maksutow-Cassegrain aus dem Jahre 1976. Mit 37 cm Ø ist es das größte Instrument der Sternwarte, das für Beobachtungen von Galaxien, Sternhaufen, Nebel usw. eingesetzt wird. Auf gleicher Montierung befestigt ist ein 13 cm Ø Refraktor mit 195 cm Brennweite, speziell für Sonnenbeobachtungen (Sonnenprisma) ausgerüstet.

In der Hauptkuppel (Hlavni Kopule) steht ein Zeiss-Doppelastrograph von 5 t Gewicht vom Anfang des 1900 Jahrhunderts, das 1928 von König gekauft wurde. Ein Mondkrater ist nach ihm benannt: Rudolf König, 1865-1927, österreichischer Selenograph, Musiker und Kaufmann, baute ein eigenes Observatorium und führte 47000 Messungen von Mondformationen durch. Krater: 24,1° S, 24,6° W; 23 km Ø; 2440 m Tiefe.

Es existiert noch das Originalobjektiv mit 18 cm Ø; die Brennweitenlänge beträgt 343 cm, Vergrößerungen sind zwischen dem 82- bis 335fachen möglich. Im 2. Weltkrieg war die Optik im Banksafe, eine Granate zerstörte den Tubus etwas. Der zweite Tubus enthält ein Objektiv von 200/3000 mm Brennweite. Es dient mit seinem Spezialokular mit Dunkelfilter zur Beobachtung der Sonnenflecken. Montiert ist noch ein drittes Fernrohr - ein Koronograph, der im Selbstbau erstellt worden ist. Er dient zur Beobachtung von Protuberanzen. Vierter Tubus besitzt 180 mm / 3500 mm Brennweite.

Benannt ist die Sternwarte nach dem slowakischen Astronomen Stefanik, (1880 - 1919). Er studierte Astronomie an der Karlsuniversität in Prag und promovierte mit dem Thema "Der neue Stern im Sternbild Kassiopeia aus dem Jahre 1572". Er war Mitarbeiter von 1904 - 1906 am Observatorium Meudon bei Paris und Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Sonnenfinsternisexpeditionen. Ein Standbild von ihm, in voller Fliegermontur, steht vor der Sternwarte auf dem Petrin. Sie wurde 1994 nach ihm benannt.

Die Sternwarte popularisiert die Astronomie. Sie bietet tagsüber Sonnenbeobachtungen sowie Rundgänge durch ihren Ausstellungsbereich. Nachts wird so gut wie es geht, der Sternenhimmel erklärt.

Seit 1969 ist die kleine Sternwarte in Prag-Dablice organisatorisch angegliedert. Eine Außensternwarte für Beobachtungen liegt auf dem Klet, unweit von Cesky Krumlov (Südböhmen).

Technisches Nationalmuseum

Das Technische Nationalmuseum ist wegen Renovierungs- und Umbauarbeiten erst ab Herbst 2010 wieder geöffnet. Auf einige interessante Sammlungsstücke seien hier einige Dinge erwähnt, die in der alten Ausstellung zu sehen waren. Sie kamen aus den Bereichen Verkehr, Astronomie, Zeitmessung, Fotografie und Film sowie Maschinen- und Bergbau.

Die astronomischen Ausstellungsstücke befanden sich im 2. Flur. Hier waren astronomische Instrumente verschiedener Ausführungen aufbewahrt. Unter ihnen der im Jahre 1603 entstandene Globus von Bleau, ein Sextant von Habermel und zwei Sextanten von Brahe.

Ein Ausstellungsbereich zeigt die Typen- und Kunstmannigfaltigkeit an Sonnen- und Sternenuhren aus den führenden europäischen Zentren. Besonders vertreten sind die Hersteller aus Süddeutschland. Die Münchner Hersteller werden durch U. Schniep mit einer Diptychsonnenuhr aus dem Jahre 1577 sowie M. Purmann (Skafe-Sonnenuhr auf einer Halbkugel aus dem Jahre 1588) repräsentiert. Die Diptychsonnenuhr aus Elfenbein (um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts) würdigt die Hersteller aus Nürnberg. Weiterhin sind Arbeiten von K. und J. Karner (1622) sowie J. Gebhart (1557) zu sehen. Das bedeutendste Zentrum der Fertigung astronomischer und gnomonischer Geräte vom 16. bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war Augsburg. Zu den bedeutendsten Herstellern, die dort tätig waren, gehört U. Klieber III., ausgestellt war seine horizontale Sonnenuhr mit der Figur eines Knappen. Im 17. und 18. Jh. spezialisierten sich die Augsburger Hersteller Hilleprand, Rugendas und Vogler auf die Fertigung von Äquatorial-Sonnenuhren.

Zu den bedeutenden Zentren der Fertigung astronomischer Geräte gehörte im 16. und 17 Jahrhundert auch Prag. Am Hof Rudolf II. waren hervorragende Konstrukteure wie Bürgi, Stolle, Emmoser und Habermel tätig. Von den Habermel-Arbeiten war die horizontale Sonnenuhr ausgestellt. Von den weiteren Bohemikern sind Barock-Sonnenuhren von J. J. Solms aus dem 18. Jh. von Bedeutung. Zur Wende des 18./19. Jh. fertigten J. und A. Engelbrecht in Mittelböhmen spezielle horizontale Sonnenuhren an.

Aufmerksamkeit verdienen auch die Arbeiten der Pariser Hersteller, die im 18. Jh. achteckige horizontale Sonnenuhren mit Gnomon in Form eines Vogels fertigten /Butterfield, Le Marie, Chapotot/. Unter den Sonnenuhren auf Vielflach sind die Sonnenuhren auf Würfel des Mathematikers Bion hervorzuheben.

Unter den Winkelmessgeräten tritt das spätgotische Astrolabium hervor, dem ältestes Gerät in dieser Sammlung. Es ist nicht gezeichnet und stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Bedeutsam ist das universale Gerät - Torquetum aus dem 16. Jahrhundert. Eine Reihe von englischen Spiegelsextanten schließen diese Gruppe universeller Winkelmessgeräte gemeinsam für die Astronomie, Geodäsie und Navigation ab.

Die Darbietung der Entwicklungsreihe astrometrischer Geräte ist in ihrem Inhalt einmalig. Ein Sextant zweifellos ein Werk von J. Bürgi, gefertigt um die Wende des 16. und 17. Jh. Der zweite Sextant ist von E. Habermel in Prag 1600 gezeichnet. Mit diesen sogenannten Tychonsextanten arbeiteten Tycho Brahe und Johannes Kepler während ihres gemeinsamen Wirkens in Prag. Habermels Sextant diente als Vorlage P. Johann Klein zur Anfertigung seines Quadranten aus dem Jahre 1762. Interessant bei diesem Apparat sind die Zifferblätter zum Ablesen von Minuten und Sekunden. Durch eine praktische Handhabung (ohne jedwede Verzierungen) zeichnet sich der Quadrant des Würzburger Mechanikers J. G. Fellwöck aus dem Jahre 1766 aus. Dieses Gerät ist bereits mit einem Fernrohr und einem Mikrometer zur genauen Bestimmung der Winkel ausgestattet. Die Konstruktion der astrometrischen Geräte geht im 18. Jahrhundert von Sektoren zu Ganzkreisen über. So ein Gerät ist der Altazimut des englischen Konstrukteurs E. Troughton aus der Zeit um 1800. Die Entwicklungsreihe endet mit dem Durchgangsinstrument des A. Jaworski (um 1830) aus der Werkstatt des Wiener polytechnischen Institutes.

Schloss Benatky

In nordöstlicher Richtung, ca. 40 km von Prag entfernt, liegt der Ort Benatky nad Jizerou. Jizerou heißt soviel wie schnelles Wasser, soll an die viel größere Isar in München erinnern. Einheimische bezeichnen die Flussfront auch als Kleinvenedig.

Auf den Ruinen eines Klosters entstand ab 1526 ein Renaissanceschloss. 1597 verkaufte der Besitzer das Gut an Kaiser Rudolf II. In 1599 wählte Tycho Brahe das Schloss als Observatorium aus. Im Februar 1600 traf Johannes Kepler ein, um mit Brahe zusammen zu arbeiten. Im Sommer zog Brahe nach Prag zurück.
Zwischenzeitlich hatte Brahe Maßnahmen veranlasst gehabt, das Schloss zum Observatorium zu gestalten. Erhalten hat sich der sogenannte "Meridian von Benatky", 14° 59' 34", der 2006 im Rahmen der Museumsrenovierung als Metallschiene in den Fußboden eingelassen wurde. Wahrscheinlich benutzte Brahe die Fenster der Südseite für Beobachtungen mit kleinen Geräten. Heute zeugen Bilder, Modelle und Nachbauten von Brahes Geräten vom Wirken des Astronomen.

Ondrejov

Das Astronomische Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik ist der direkte Nachfolger der Sternwarte im Klementinum in Prag, wo 1722 mit meteorologischen Aufzeichnungen begonnen worden war.

In 1898 baute J. J. Fric sich eine Privatsternwarte ca. 35 km südöstlich von Prag. Diese kam 1928 als Schenkung an den Staat und an die Karls Universität.

Da Ondrejov, auf ca. 500 m Höhe liegend, mehr ungestörte Beobachtungsmöglichkeiten als Prag bot, begann ab 1953 der Ausbau zu einer modernen Sternwarte. Größtes Instrument ist der 2-m-Spiegel von 1967, ein Schwesterinstrument von dem Spiegel in Tautenburg bei Jena. Die Einweihung erfolgte während der 13. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Ondrejov. Schwerpunkte sind Sonnenforschung, Meteorbeobachtungen, Stellarphysik und Galaxienerforschung. Ein kleines Museum mit astronomischen Instrumenten zeigt die Entwicklung der letzten 100 Jahre.

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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit San Carlos
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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Skopje
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Nürnberg: Städtepartnerschaft mit Shenzhen
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