Nobelpreis für Medizin 2016

Der Japaner Yoshinori Ohsumi (*1945 Fukuoka) erhielt den Preis für seine zellbiologischen Forschungen. Körperzellen benötigen eine Entsorgung von nicht mehr benötigten oder defekten Zellen. Diese werden zerlegt und wiederverwertet (Autophagie). Ein Mensch erkrankt, wenn dies nicht mehr richtig funktioniert. Oshumi untersuchte vor allem jene Gene, die Zellteile abbauen und er konnte so das Funktionieren dieser "Müllabfuhr" erklären.

Der Nobelpreis beträgt diesjährig rund 830000 € und bringt Ohsumi viel Ruhm und Ehre ein.

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Nobelpreis für Physik 2016

Gleich drei Wissenschaftler teilen sich den Nobelpreis für Physik: David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz. Sie forschen über Zustände von Dingen. Bekanntlich gibt es ja drei Zustände flüssig, fest und gasförmig. Heraus fanden die geehrten Wissenschaftler, daß es Zustände gibt, die dazwischen liegen.

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Nobelpreis für Chemie 2016

Drei Forscher teilen sich den Preis für Chemie zu gleichen Teilen. Sie erhielten ihn wegen ihres Designs und Synthese molekularer Maschinen. Es sind Jean-Pierre Sauvage, James Fraser Stoddart und Bernard Feringa. Sie entwickelten winzige, künstliche Maschinen im Nano-Bereich, d.h. die Maschinchen sind über tausendmal kleiner als der Durchmesser eines Haares. Eine zukünftige Nutzung könnte darin bestehen, als künstliche Muskeln Roboter oder sogar Prothesen bewegen zu können.

Bernard Lucas Feringa (*1951 Barger-Compascuum, Niederlande). 1999 gelang ihm der Durchbruch mit der Entwicklung eines lichtbetriebenen molekularen Motors. Er brachte ein molekulares Rotorblatt dazu, sich kontinuierlich in dieselbe Richtung zu drehen. Mittels solcher Motoren entwickelte er ein Nanoauto aus Atomen. Feringa forscht an der Universität von Groningen.

James Fraser Stoddart (*1942 Edinburgh) forscht an der Northwestern University in Evanston im US-Bundesstaat Illinois. Er entwickelte eine Art molekularen Fahrstuhl und einen molekularen Muskel.

Der 71 Jahre alte Jean-Pierre Sauvage (*1944 Paris) forscht an der Universität Straßburg. Ihm gelang es vor bereits 33 Jahren zwei ringförmige Moleküle zu einer Kette zu verbinden, die in der Kette über eine freiere mechanische Verbindung aneinandergekoppelt waren.

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Nobelpreis für Literatur 2016

Preisträger ist Bob Dylan, geboren 1941 als Robert Allen Zimmermann in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota. Der amerikanische Rock-Poet wird als ein großer Dichter geehrt. Der Musiker habe "den Status einer Ikone", begründete die Nobelpreisjury ihre Wahl. "Sein Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist tiefgreifend." Mit Bob Dylan zogen anspruchsvolle Texte in die Popmusik ein, sie brachten den Zeitgeist auf den Punkt.

Erste Erfolge gelangen dem Sänger in den frühen 60er Jahren in der Folkszene New Yorks. Bekannt wurde er mit den Songs wie "BLowin' in the Wind", "Masters of War" und "A Hard Rain's A-Gonna Fall". Dylan schuf Hymnen der internationalen Protestbewegung. Später wechselte er zum Rock'n' Roll. Dylan komponiert und textet Klassiker. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Lyrics zeigen immer wieder neue Rollen und Positionen. Literaturwissenschaftler vergleichen Dylans Bedeutung als Lyriker mit Ovid und Shakespeare.

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Nobelpreis für Frieden 2016

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos Calderon erhält diese ehrenvolle Auszeichnung für seine Friedensbemühungen, den jahrzehntelangen Krieg zwischen Regierung und Rebellen zu beenden. Seit ca. 1964 dauert der Konflikt an, mehr als 220000 Menschen starben, ca. fünf Millionen Kolumbianer flohen aus ihren Heimatorten und leben in Elendsviertel der Großstädte.

Santos (*1951 Bogota) ist seit 2010 Präsident. Von Beginn an versuchte er den Konflikt mit den Rebellen der Farc zu entschärfen, um die Gegner erneut an den Verhandlungstisch zu bringen. Im September 2016 kommt es zum historischen Friedensabkommen. Die Volksabstimmung darüber ergab ein Nein der Bürger zum Vertrag. Die Verleihung des Friedensnobelpreises soll Hoffnung auf den Weg zum Frieden verbreiten.

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Nobelpreis für Wirtschaft 2016

Die in den USA forschenden Ökonomen Oliver Hart und Bengt Helmström teilen sich die Auszeichnung des Alfred-Nobel- Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wegen ihrer Beiträge zur Vertragstheorie. Sie entwickelten mathematische Modelle, mit denen zum Nutzen beteiligter Partner optimale Verträge konstruiert werden können. Vertragsgestaltung ist Basis des marktwirtschaftlichen Handelns. Oliver Hart (*1948 London), gebürtiger Brite, wohnt in Lexington, US-Staat Massachusetts, und lehrt an der US-Elite-Universität Harvard. Der gebürtige Finne Bengt Holmström (*1949 Helsinki) forscht am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Beide sind Vertragsexperten und mathematisierten Vertragssysteme. Quantifizierte Verträge sind Dokumente mit dem Ziel Rahmenbedingungen zu setzen, dank derer die Vertragsgeber und -nehmer gleichermaßen zufrieden sind. Der Bogen spannt sich von Arbeitsverträgen über Kaufverträge bis zu Staatsverträgen. Nicht in jedem Vertrag läßt sich jede Eventualität berücksichtigen, aber die neuen entwickelten Methoden tragen dazu bei die besten Entscheidungen zu treffen.

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