Nobelpreis für Medizin 2004

Der Medizin-Nobelpreis 2004 geht an Richard Axel und Linda Buck. Sie erhalten die Auszeichnung für die Erforschung des Geruchssinns. Sie erforschten eine Familie von rund tausend Genen, das sind fast drei Prozent der menschlichen Gene. Sie beschrieben, wie die Gene das Riech-Gewebe in der Nase aufbauen und so über 10.000 verschiedene Gerüche unterschieden werden können

Der 58-Jährige Axel ist Wissenschaftler am Howard Hughes Medical Institute der Columbia-Universität in New York. Die ein Jahr jüngere Buck forscht am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Buck ist erst die zwölfte Frau, die einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis erhält.

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Nobelpreis für Physik 2004

Der Physik-Nobelpreis 2004 geht an David J. Gross, H. David Politzer und Frank Wilczeck für ihre Entdeckungen über die Kräfte, die im Atomkern zwischen den Quarks wirken. Ihre 1973 veröffentlichten Entdeckungen legten den Grundstein für die Theorie der so genannten Quantenchromodynamik (QCD).

Die Physiker entdeckten die besondere Eigenschaft der so genannten Starken Wechselwirkung – die „asymptotische Freiheit“ -, die die kleinsten Bausteine der Materie zusammenhält: Kräfte zwischen den Quarks nehmen mit abnehmender Distanz nicht zu- sondern ab, bis sie schließlich fast zu freien Partikeln werden. Diese Wechselwirkung ist eine der vier fundamentalen Naturkräfte. Das ist ein bedeutender Beitrag zur Vervollständigung des Standardmodells der Teilchenphysik - einem Modell, das alle physikalischen Wirkungen beschreibt, die mit elektromagnetischen Kräften zusammenhängen, die zwischen geladenen Teilchen wirken.

David J. Gross forscht am Kavli Institute for Theoretical Physics, University of California, Santa Barbara, H. David Politzer forscht am California Institute of Technology in Pasadena und Frank Wilczeck forscht am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Cambridge.

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Nobelpreis für Chemie 2004

Der Chemie-Nobelpreis 2004 geht an Aaron Ciechanover (57) und Avram Hershko (67) vom Israel Institute of Technology in Haifa sowie den US-Amerikaner Irwin Rose (78) von der University of California in Irvine, USA. Die Forscher erhalten die Auszeichnung für ihre Erkenntnisse zum gezielten Abbau nicht mehr benötigter Eiweiße im Körper.

Wenn der Abbau bestimmter Proteine nicht korrekt funktioniert, können Gebärmutterhalskrebs, die Lungenkrankheit Mukoviszidose (Zystische Fibrose) und viele weitere Leiden entstehen. Die Arbeiten könnten daher zu neuen Medikamenten führen.

Eine Zelle enthält mehrere hunderttausend verschiedene Eiweiße (Proteine). Sie dienen etwa als Bausubstanz, Botenstoffe, Enzyme oder zur Abwehr von Bakterien. Wird ein Protein nicht mehr benötigt, bekommt es in der Körperzelle den „Todeskuss“, wie die Nobelstiftung schreibt.

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Nobelpreis für Literatur 2004

Der Literatur-Nobelpreis 2004 geht an Elfriede Jelinek. Ihr Metier sind gesellschaftskritische und mitunter als obszön empfundene Romane wie „Die Klavierspielerin“, „Lust“ und Theaterstücke wie „Raststätte oder sie machen's alle“. In der Begründung der Schwedischen Akademie in Stockholm heißt es, Jelinek werde geehrt „für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.

Jelinek ist die zehnte Frau, die den seit 1901 vergebenen Literatur-Nobelpreis erhält. Zuvor hatte lediglich die Lyrikerin Nelly Sachs 1966 als deutschsprachige Autorin diese Auszeichnung bekommen.

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Nobelpreis für Frieden 2004

Der Friedens-Nobelpreis 2004 geht an Wangari Maathai

Wangari Maathai ist nun nicht nur die erste Afrikanerin, die den Friedensnobelpreis erhält, sie war auch die erste Kenianerin, die einen Doktortitel erlangte, die erste, die Professorin wurde, die erste, die sich mit den Mächtigen des Landes anlegte.

Sie kämpfte gegen die Umweltzerstörung und den Landraub, der schon während der Herrschaft des Staatsgründers Jomo Kenyatta begonnen hatte, sie gründete 1977 auch die erste Umweltorganisation des Landes, die „Grüngürtel-Bewegung“.

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Nobelpreis für Wirtschaft 2004

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2004 geht an Finn Kydland und Edward Prescott für Arbeiten zum Regierungshandeln und zu Konjunkturzyklen.

Es waren zwei Aufsätze zu völlig unterschiedlichen Themen, zweimal eine Erkenntnis, die der Ökonomie neue Impulse gab. 1977 hatten sich die beiden mit der Frage beschäftigt, warum die Politik Probleme oft noch verschärft – auch wenn sie von richtigen Erkenntnissen geleitet ist. Sie schenkten der Ökonomie das „Problem der zeitlichen Inkonsistenz“. In einem Aufsatz von 1982 begründeten sie ein Modell, das erstmals plötzliche Verteuerungen, aber auch Fortschritt und wachsende Produktivität einfing – und so besser erklären konnte, warum es mit der Wirtschaft mal bergauf, mal bergab geht und warum gängige ökonomische Modelle es nicht schafften, die turbulenten siebziger Jahre mit Ölpreis-Schock, Rezession und wachsender Arbeitslosigkeit einzufangen.

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