Laureaten 2003

Vom 2. bis 10. Oktober 2003 werden die Nobelpreisträger dieses Jahres bekannt gegeben.  Rund eine Million Euro pro Fachrichtung erhalten die Gewinner. Ausgezeichnet werden die fünf klassischen, von Alfred Nobel selbst benannten Fächer. Zusätzlich wird ein Preis im Gedenken Nobels für Wirtschaftswissenschaften verliehen, gestiftet von der Schwedischen Reichsbank.

Wer bekommt den Nobelpreis - und für welchen "Nutzen für die Menschheit"? Wir halten Sie auf dem aktuellen Stand!

Nobelpreis für Medizin 2003

Den Medizin-Nobelpreis erhalten der US-Wissenschafter Paul C. Lauterbur und der Brite Sir Peter Mansfield. Das gab das Nobelpreis-Komitee in Stockholm bekannt. Die beiden Wissenschafter werden für ihre Verdienste in der Erforschung der Magnetresonanz (Kernspintomographie - NMR) geehrt. Es handelt sich bei dem Verfahren um eine Methode, welche in den vergangenen Jahren die bildgebende Diagnostik in der Medizin revolutioniert hat.

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Nobelpreis für Physik 2003

Der Nobelpreis für Physik geht zu gleichen Teilen an den in Russland geborenen und in den USA tätigen Forscher Alexei A. Abrikosov (75), den russischen Wissenschafter Vitaly L. Ginzburg (87) und den in Großbritannien geborenen, in den USA arbeitenden Physiker Anthony J. Leggett (65). Das gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften Dienstag in Stockholm bekannt. Die drei Forscher werden für entscheidende Arbeiten über zwei quantenphysikalische Phänomene ausgezeichnet: Supraleitung und Suprafluidität.

Supraleitendes Material wird zum Beispiel in Magnetkameras für medizinische Untersuchungen und in Teilchenbeschleunigern in der Physik verwendet. Kenntnisse über suprafluide Flüssigkeiten können uns vertiefende Einsichten darüber geben, wie die Materie in ihrem niedrigsten und meistgeordneten Energiezustand auftritt", heißt es seitens des Nobelpreis-Komitees. Die Auszeichnung ist wie im Vorjahr mit zehn Millionen Kronen (1,113 Millionen Euro) dotiert und wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.

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Nobelpreis für Chemie 2003

Der Chemie-Nobelpreis geht an zwei Forscher, die herausgefunden haben, wie Wasser und Salze (Ionen) in die Zellen hinein- und wieder heraustransportiert werden: Peter Agre von der Johns Hopkins University School of Medicine (Baltimore, USA) und Roderick MacKinnon von der Rockefeller University (New York) teilen sich die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die mit 1,1 Millionen Euro dotiert ist.

Die Arbeiten der Beiden hätten große Bedeutung für unser Verständnis einer Reihe von Krankheiten. Dazu gehörten unter anderem Nieren-, Herz-, Muskel- und Nervenleiden, heißt es in der Begründung.

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Nobelpreis für Literatur 2003

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den Südafrikaner J. M. Coetzee.  Der 63 Jahre alte Coetzee ist nach Nadine Gordimer der zweite weiße Autor aus Südafrika, der mit der wichtigsten Würdigung der literarischen Welt ausgezeichnet wird. 

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Nobelpreis für Frieden 2003


Shirin Ebadi, Iran, ist die Friedensnobelpreisträgerin, ausgezeichnet für Ihr Wirken um Demokratie und Menschenrechte. Vor allem kämpfte sie für die Rechte der Frauen und Kinder.

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Nobelpreis für Wirtschaft 2003

Prof. Robert Engle, New York University, USA, „für Methoden zur Analyse ökonomischer Zeitreihen mit zeitlich variabler Volatilität (ARCH)“, teilt sich den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften mit Prof. Clive Granger, University of California in San Diego, USA, „für Methoden zur Analyse ökonomischer Zeitreihen mit gemeinsam veränderlichen Trends (Kointegration)“.

Statistische Methoden für ökonomische Zeitreihen: Wirtschaftswissenschaftler verwenden zur Abschätzung von Zusammenhängen und zur empirischen Überprüfung von Hypothesen, die aus wirtschaftswissenschaftlicher Theorie gewonnen wurden, sogenannte Zeitreihen. Zeitreihen sind chronologische Reihenfolgen von Daten, die die Entwicklung von z.B. Bruttoinlandsprodukt (BIP), Preisen, Zinssätzen oder Aktienkursen zeigen. Die diesjährigen Preisträger entwickelten in den 80er Jahren des 20ten Jahrhunderts neue statistische Methoden zum besseren Umgang mit zwei zentralen Eigenschaften vieler Zeitreihen: zeitlich veränderliche Volatilität und Nichtstationarität.

Robert Engle fand, dass der Begriff autoregressive bedingte Heteroskedastizität (ARCH) gut die Eigenschaften vieler Zeitreihen beschreibt, und er entwickelte Methoden, die es ermöglichen, zeitlich variierende Volatilität zu modellieren. Seine sogenannten ARCH-Modelle sind unverzichtbare Werkzeuge geworden, nicht nur unter Forschern, sondern auch unter Finanzanalysten, die sie unter anderem zur Risikobewertung verwenden.

Die meisten makroökonomischen Variablen wachsen einem unsystematischen Trend folgend, so dass zufällige Störungen, z.B. bezüglich des Bruttoinlandprodukts, auf lange Sicht erhalten bleiben. Derartige Zeitreihen werden nicht-stationär genannt. Sie unterscheiden sich von stationären Zeitreihen, die nicht mit der Zeit wachsen, sondern sich um einen vorgegeben Wert herum bewegen. Clive Granger zeigte früh, daß statistische Methoden für stationäre Zeitreihen bei nicht-stationären Daten völlig fehlleitende Schlussfolgerungen ergeben können. Seine große Entdeckung war, dass spezifische Kombinationen von nicht-stationären Zeitreihen stationär auftreten können und somit statistische Schlussfolgerungen zulassen. Granger nannte dieses Phänomen Kointegration. Er entwickelte Methoden, die sich als besonders wichtig in Systemen zeigten, in denen die kurzfristige Dynamik von großen unsystematischen Störungen beeinflusst wird, während gleichzeitig die langfristigen Variationen durch ökonomische Gleichgewichtsbeziehungen beschränkt werden. Beispiele hierfür sind der Zusammenhang zwischen Vermögen und Konsum, Wechselkursen und Preisniveau oder kurzfristigen und langfristigen Zinssätzen.

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