Radioteleskop Würzburg-Riese

Wer sich mit Radioastronomie und ihrer Geschichte beschäftigt, wird unweigerlich mit dem Typ Würzburg-Riese konfrontiert werden. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das aufgrund militärischer Notwendigkeiten im Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde.

Der einzige, an seinem Originalstandort verbliebene Würzburg-Riese befindet sich im "Musée radar Douvres", nördlich der Stadt Caen in der Normandie in Frankreich, wo er im Zweiten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht zur Entdeckung von gegnerischen Militärflugzeugen eingesetzt war.

Nach dem Krieg dienten die in großer Zahl hergestellt gewesenen Geräten unterschiedlichen Zwecken. Den Astronomen gelang die Wende vom militärischen Einsatz hin zur radioastronomischen Nutzung.

Der Würzburg-Riese im Deutschen Museum in München

Ein Würzburg-Riese schaffte sogar den Weg ins Deutsche Museum München. Als wir am 8.8.1999 im Rahmen unserer süddeutschen Sonnenfinsternis-Exkursionen die astronomischen Institutionen in Garching und München besuchten, war im Deutschen Museum München gerade der Würzburg-Riese in Betrieb und wurde uns vorgeführt. Die Fotos zeigen das Museums-Exemplar sowie den Messraum im Sockel des Teleskops.

Der Würzburg-Riese in der Philatelie

Selbst bis in die Philatelie hinein hinterließ der Würzburg-Riese seine Spuren. Benannt wurde er nach dem Ort Würzburg. Als die Briefmarkengruppe "Astronomie & Philatelie" an einer Briefmarkenausstellung in Würzburg teilnahm und es möglich war, einen Sonderstempel zu bestimmen, schlug Mitglied Rainer Beck, von Beruf Radioastronom, das Motiv "Würzburg-Riese" vor.

MEHR WISSEN

Schwerpunktthema "Radioastronomie", in ASTRONOMIE+RAUMFAHRT 39 (2002) 2; dies Themenheft enthält auch unseren Reisebericht "Schülerreise zur Radioastronomie" ins polnische Piwnice.

Eine weitere Quelle ist Wikipedia, dort existiert das Stichwort Würzburg-Riese.