Astro-Trotter 9, Februar 2002, ISSN 1615-7435



RaketeRaumfahrt - der Weg zu den Sternen

Einige der neuen Reisen wenden sich speziell an den Interessenten an der Raumfahrt.

An den Anfang setzen wir eine Reisebeschreibung vom Jahr 2000, um die russische Raumfahrt kennenzulernen, die trotz politischer Öffnung immer noch von Geheimnissen umgeben ist.

Weltraumbahnhof Baikonur

Vom Flugzeug aus gibt es endlose Steppe zu sehen. Nur wenig deutet daraufhin, dass wir auf dem berühmten Kosmodrom im kasachischen Baikonur landen werden. Die Stadt, das Kosmodrom und seine Raketenstartplätze wirken wie über die Landschaft verstreut und verlieren sich irgendwo in der Landschaft. Etwa 2100 km östlich von Moskau läutete die Sowjetunion am 4. Oktober 1957 mit dem Start des ersten Satelliten "Sputnik" das Zeitalter der Weltraumfahrt ein. Auch Juri Gagarin startete von hier.

Startplatz BaikonurAuf dem Kosmodrom

Ein Bus fährt uns von der Stadt aufs Kosmodrom, wo die Startrampen liegen. Es ist ein riesiges Gebiet in einer Ausdehnung von ca. 40 mal 50 km. Jeder neue Raketentyp benötigt eine neue Startrampe. Die Rampen sind wie die Schuhe für die Raketen, die passen müssen, wenn die Rakete senkrecht hineingestellt wird; nur dreiviertel der Rakete ragt über die Oberfläche hinaus. Tiefe Flammenschächte fangen beim Start die riesigen Antriebskräfte auf. Einige der Leitstandbunker können wir besichtigen, von denen die Rampen beobachtet und die Raketen durchs Herumdrehen eines Schlüssels gestartet werden.

In den Hallen liegen Raketenteile bereit. Einige Raketen sind fertig für den Start vorbereitet. In Reinsträumen testen die Ingenieure die Sonden und Satelliten für den Einsatz. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ließ von hier aus mehrere Forschungssatelliten starten und auch für die ISS nahmen von hier aus Module und Kosmonauten ihren Weg ins All.

Reste des Mondwettlaufs finden wir auch: Der Startplatz der riesigen N-1 Mondrakete ist schon von weitem zu sehen. Nach Aufgabe des Mondlandeprogramms wurde der Startplatz für die Energia und den Buran umgebaut.
Die Besichtigung des Kosmodroms erfolgt mit einem Besucherbus. Mit ihm fahren auch die Kosmonauten zu ihrem Start.

Reisen zur russischen Weltraumfahrt

1. Weltraumbahnhof Baikonur

Reiseprogramm 1: Teilnahme am Start einer bemannten Rakete in Baikonur (Kurzprogramm)

Reiseprogramm 2: Kosmodrom Baikonur - mittelgroßes Besichtigungsprogramm

Reiseprogramm 3: Kosmodrom Baikonur - großes Besichtigungsprogramm

2. Simulierter Raumflug im IMBP in Moskau

Reiseprogramm 4: Das Institut für biologisch-medizinische Probleme (IMBP) in Moskau spielt eine wichtige Rolle bei der medizinischen Auswahl von Kosmonauten-Kandidaten. Es verfügt über Anlagen zur Simulation von mehrtägigen Raumflügen, die ein sehr realistisches Bild von einem Raumflug vermitteln. Erleben Sie selbst einen viertägigen "Raumflug"!

3. Im Kosmonautenausbildungszentrum "Juri Gagarin" (Sternenstädtchen) Reiseprogramm 5: Kosmonautentraining.

Reiseprogramm 6: Großes Besichtigungsprogramm.

4. Russische Raumfahrtindustrie in Moskau

Reiseprogramm 7: Besichtigungen von Forschungsinstituten, Produktionsstätten und Firmen in Moskau und Umgebung sowie das Kontrollzentrum ZUP Koroljew und u.a. das staatliche Raketen- und Raumfahrtzentrum Chrunitschew.

Besichtigungsprogramm Baikonur - Teilnahme am Start von Sojus TM-34 zur ISS

* 19.-21.4.2002 Weltraumbahnhof Baikonur

Der Taxi-Flug zur internationalen Raumstation, ISS, mit dem Raumschiff Sojus TM-34 (7K-STM Nr. 208) transportiert den Kommandanten Juri Gidsenko, Russland, den Bordingenieur Roberto Vittori, Italien/ESA und den Touristen Mark Shuttleworth, Südafrika. Reisen Sie mit uns nach Baikonur und erleben Sie den Start der bemannten Sojus-Rakete:

1. Tag:
Anreise von Nürnberg via Frankfurt nach Moskau.
Ankunft auf dem Flughafen Scheremetjewo in Moskau, Treffen mit unserem örtlichen Reiseleiter. Fahrt zum Hotel in Moskau.

2. Tag:
0:20 Uhr Moskauer Zeit Abflug vom Flughafen Wnukowo nach Baikonur.
6:30 Uhr Ortszeit Baikonur Ankunft auf dem Flugplatz Krainij.

- Alle weiteren Zeiten in Ortszeit Baikonur -

7:30 Uhr Frühstück. Danach beginnt die Besichtigung des Kosmodroms Baikonur.
8:30 Uhr Abfahrt zum Platz Nr. 250, dem universellen komplexen Prüfstand und Startkomplex für die Trägerrakete Energija.
9:30 Uhr Besichtigung des Platzes Nr. 250. Dort startete die Superrakete Energija zu ihrem Erstflug.Es darf fotografiert werden.
10:10 Uhr Abfahrt zum Platz Nr. 254
10:30 Uhr Besichtigung der Buran-Attrappe auf Platz Nr. 254. Sie befindet sich im Freien, auf dem ehemaligen Prüfstand für Manövriertriebwerke. Diese Attrappe ist ein sogenanntes Gewichts-Volumen-Modell in natürlicher Größe.
11:00 Uhr Abfahrt zum Buran-Montagekomplex auf Platz Nr. 254
11:20 Uhr Teilnahme am offiziellen Bericht der Besatzung von Sojus TM-34 an die Staatliche Kommission auf dem Platz vor dem Buran-Montagekomplex auf Platz Nr. 254
11:40 Uhr Abfahrt zum Platz Nr.2 und Besuch des Museums des Kosmodroms Baikonur auf Platz Nr.2 mit zahlreichen einmaligen Exponaten und Fotos aus der Geschichte des Kosmodroms.
12:50 Uhr Abfahrt zum Platz Nr.112
13:00 Uhr Besichtigung der Energija-Montagehalle auf Platz Nr. 112, des größten Gebäudes von Baikonur. In der Halle befinden sich zwei Flugexemplare der Energija-Zentralstufe, zwei Energija-Zentralstufen-Attrappen, die originale Raumfähre Buran auf dem Rücken einer Energija-Attrappe, zahlreiche Baugruppen der Energija-Booster, drei Reinsträume der russisch-franzöischen Firma STARSEM für westliche Satelliten und eine brandneue Montagestraße für Sojus-Trägerraketen.
13:50 Uhr Abfahrt zum Platz Nr.18.
15:00 Uhr Start von Sojus TM-34 vom Platz Nr.1. Der Start wird aus 900 Meter Entfernung von der Beobachtungstribüne auf Platz Nr.18 beobachtet.
15:30 Uhr Abfahrt zum Hotel "Baikonur" in der Stadt Baikonur.
16:00 Uhr Essen.
17:00 Uhr Abfahrt zum Flugplatz Krainij.
18:15 Uhr Abflug nach Moskau.
20:00 Uhr Moskauer Zeit Ankunft in Moskau und Übernachtung in einem Moskauer Hotel.

3. Tag:
Transport zum Flughafen Scheremetjewo. Rückflug nach Nürnberg.
Hinweis: Eine Garantie für die Durchführung des Sojus-Starts gibt es aus Gründen, die außerhalb des Einflusses des Moskauer Reiseorganisators Kardin Trading (in Zusammenarbeit mit der russischen Luft- und Raumfahrtbehörde Rosaviakosmos) liegen, nicht. Sollte sich die Startzeit verschieben, wird das Programm vor Ort entsprechend umgestellt. Jeweils zum 23. des Monats legt Kardin Trading den aktuellen Starttermin vor.

Europäische und U.S.A.-Raumfahrt

Welche Entwicklung nimmt die europäische Raumfahrt ? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den U.S.A. ? Welches sind die nächsten Ziele im All ?
In Vorarbeit sind einige Reisen zu Raumfahrtinstituten und Kontrollzentren in Deutschland, vornehmlich der Deutschen Gesellschaft für Luft und Raumfahrt (DLR). Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) unterhält in Noordwijk, Niederlande, ein großes Raumfahrtzentrum. Und nicht zuletzt planen wir eine Reise zu den Raumfahrtzentren in den USA, wie beispielsweise zum Cape Canaveral in Florida.
Die Reisen sind von unterschiedlicher Dauer und noch ohne Terminankündigen. Die Reisen werden erst dann realisiert, wenn sich eine ausreichende Zahl von Interessenten angemeldet hat. Nennen Sie mir bitte mit dem nebenstehenden Informationsgutschein Ihr Wunschziel und soweit bekannt einen Wunschreisetermin mit eventuellen Ersatzterminen. Dann bin ich gerne bereit, unter den Interessenten einen Reisetermin zu koordinieren, so dass die Mindestteilnehmerzahl erreicht wird.

Reiseforum 2002

Astronomie Studienreisen sind sehr speziell und sprechen oft nur einen kleinen Kreis von Interessenten an. Viele Reisen werden als Kleingruppenreisen durchgeführt. Die Vorteile, wie unmittelbares Teilhaben und intensiver Wissensaustausch, liegen auf der Hand. Besuche von Sternwarten sind oftmals sowieso nur mit kleinen Gruppen möglich.

* 30.5.-2.6.2002 Nürnberg: Jahrestagung des Arbeitskreises Sonnenuhren mit dem Thema: Sonnenuhren in Nürnberg. Ausführliches Vortrags- und Besichtigungsprogramm über die "Zeit und Astronomie" in Nürnberg.

* 20.-22.6.2002 Tage der Schulastronomie: Die Sächsische Akademie für Lehrerfortbildung veranstaltet zusammen mit der Zeitschrift ASTRONOMIE+ RAUMFAHRT und der Schulsternwarte Sohland die 16. Tage der Schulastronomie.
Wir fahren Sie hin und organisieren auf Wunsch einen preisgünstigen Astrourlaub!

* 29.6.-7.7.2002 Kongress-Reise nach Südkorea: Diese Internationale Konferenz findet aus Anlass der Einweihung des Nha Il-Seong Astronomiemuseums statt und steht unter dem Patronat der ICHA/IAU (Internationale Astronomie Union) und bringt das Thema: Astronomical Instruments and Archives from the Asia-Pacific Region. Die Konferenzsprache ist englisch. Vor Beginn und nach dem Ende des Kongress besuchen wir Kunst- und Kulturstätten im "Land der Hohen Schönheit". Die Vielfältigkeit koreanischer Traditionen wird uns überraschen und bezaubern.

* 4.-12.8.2002 Auf den Spuren der historischen Astronomie in Südschweden, Dänemark und entlang der deutschen Ostseeküste: Tycho Brahe, Ole Rømer, astronomische Uhren, Sonnenuhren, Planetarien und Sternwarten. Wir fahren zu den interessantesten Orten u.a. auch zur Insel Ven, wo Brahe seine Sternwarten errichten ließ. Dies wird eine Rundfahrt durch die Ferienlandschaften der westlichen Ostsee. Die Reise beginnt und endet in Lübeck, der ehemaligen Königin der Hanse, deren Altstadt 1987 zum UNESCO-Weltkulturgut erklärt wird.

* 19.-21.9.2002 Kartographiehistorisches Colloqium in Nürnberg: Eine Veranstaltung von der Arbeitsgruppe deutscher, österreichischer und schweizerischer Kartographiehistoriker.

* 23.-25.9.2002 X. Symposium der Internationalen Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde: Tagung in Nürnberg.

* 4.-19.10.2002 Kultur und Astronomie in Georgien, Armenien, Aserbaidschan: Das Reiseprogramm bietet eine Rundfahrt durch drei ehemalige Sowjetrepubliken, die jetzt unabhängig sind: Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

* 14.-25.10.2002 Polarlichtfahrt mit der Hurtigrute entlang der norwegischen Küste: Die noch aktive Sonne beschert uns Polarlichter von bunter Schönheit. Siehe Astrotrotter 6.

* 29.11.-9.12.2002 Sonnenfinsternisexpedition nach Botswana-Simbabwe-Südafrika: Am 4.12.02 findet die nächste totale Sonnenfinsternis statt. Wir reisen hin: Unsere achte Sofi!

Astronomie Beobachtungs- und Studienreise 2003

* Großsternwarten in Chile.
Chile entwickelt sich zum Eldorado der Astronomen. Es existieren mehrere internationale Großsternwarten. Wir besichtigen u.a. auch das neueste 8,2 m Riesenteleskop (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Paranal. Sowie den Berg La Silla, wo bereits seit über 20 Jahren eine ESO-Sternwarte existiert.

Eckehard Schmidt