Die 1200 Jahrfeier Ingolstadts bietet Gelegenheit, den Blick auf zwei Gelehrte zu werfen, Vater Peter und Sohn Philipp Apian (*1531, †1589). Letzterer erstellte eine Landkarte vom Ingolstädter Gebiet, die zur Grundlage für den Briefmarkenentwurf wurde. Seine kartografischen Arbeiten begann Philipp Apian ab 1554, als er vom Herzog Albrecht V. von Bayern den Auftrag erhielt, Bayern zu vermessen. Sieben Jahre benötigte er dafür. Zunächst führte er astronomische Ortsbestimmungen an 30 herausragenden Punkten durch und organisierte von da ausgehend seine trigonometrischen Vermessungen. Anschließend erstellte er eine große Karte, die nach Norden hin ausgerichtet war, was unüblich zu seiner Zeit war, die Karten waren gemeinhin eingesüdet. Erhalten haben sich von seinem Werk 24 Stück sogenannte "Bairische Landtafeln", verkleinerte Ausschnitte seiner großen Karte.

Philipp Apians Instrumente waren typisch zu jener Zeit: Messtisch, Jakobsstab, Sonnenuhr, Astrolabium und Quadrant, ebenfalls typische Handwerkzeuge von Astronomen. Sein Vater, Peter Apian (*1495, †1552), Astronom und Mathematiker, berühmt durch sein "Astronomicum Caesareum". Der Vater, und dann ihm folgend der Sohn, besaß einen Lehrstuhl an der berühmten Hohen Schule zu Ingolstadt.

Ein übriges: die Peter Apian-Weltkarte von 1520 ist die erste in der Weltgeschichte schlechthin, die den Begriff "Amerika" für den seinerzeit erst jüngst entdeckten Erdteil enthält.

Den Familiennamen Apian nahm der Vater an. Geboren war dieser als Peter Bienewitz. Humanistischer Gelehrtentradition folgend, latinisierte er später seinen Namen (vom lateinischen Biene = apis) in Apianus.

Daten

Mi 2526
Motiv: Historische Landkarte von Philipp Apian, Auszug vom Ingolstadt-Gebiet. Statt der im Original abgebildeten historischen Ingolstädter Gebäude von vor 500 Jahren eine jüngere, historische Stadtsilhouette.