Die Bärenhöhle bei Rodalben (Pfalz)

Gestern wanderte ich auf dem Felsenwanderweg zur Bärenhöhle. "Die obere Bärenhöhle ist die größte natürliche Sandsteinhöhle in der Pfalz. Sie weist eine Tiefe von 40 m auf. In ihr entspringt ein kleiner Bach, der über die Klippe der unteren Bärenhöhle fällt."

Die 3. Etappe des Rodalber Felsenwanderwegs ist empfehlenswert für Steinzeit-Feeling in der Natur. Sie führt an zahlreichen, einst heiligen Quellen, Felsen, Abris und der Doppelhöhle vorbei.

Am Ausgangspunkt gibt es auch ein Hotel (Zum Grünen Kranz) mit Wanderparkplatz. Infos zur Felsenwanderung.

Über Funde ist mir nichts bekannt. Es gab 2008 einen AiD-Beitrag über die Höhlen im Pfälzer Wald, den ich noch einsehen werde. - Dann eventuell mehr dazu.

"Höhlen im Pfälzerwald" Text: Erwin Cziesla. Die Buntsandsteinformation des Pfälzerwaldes ist reich an Kleinhöhlen und natürlichen Felsdächern. Größere Höhlen hielten der Verwitterung nur selten stand, und daher heißt es beim pfälzischen Heimatforscher Daniel Häberle (1918): "Bei der Untersuchung einzelner Höhlen werden kaum wichtige Ergebnisse zu erwarten sein, die ein Licht auf die Frühgeschichte unserer Heimat werfen". Unser Beitrag zeigt jedoch, wie ein ungestörter Siedlungshorizont aus dem Mesolithikum in der Weidental-Höhle bei Wilgartswiesen diese Einschätzung verändert hat. (...) Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in AiD Heft 6 / 2008."

Schalensteine soll es im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord übrigens auch geben.

Über den Zusammenhang von Höhlenbären und Bärenhöhlen hatte ich schon einmal geschrieben. Da die Bärin um Mittwinter gebärt, steht sie in direktem Bezug zur Sonne. Ursa Major, die Große Bärin, war in der Steinzeit offenbar auf der Nordhalbkugel von Europa bis Amerika bekannt.

"Für die nordamerikanischen Indianer stellte der Kasten des Wagens einen Bären dar, die Deichselsterne wurden als Jungbären, die ihrer Mutter folgen, oder aber als Jäger gedeutet." (wikipedia)

Eine Übereinstimmung der Mythen in der nördlichen Hemisphäre findet sich auch bei Sirius, dem Hundsstern. "Bei den Griechen und Römern war Sirius mit Hitze, Feuer und Fieber verbunden. Die Römer nannten die heißeste Zeit des Jahres (üblicherweise vom frühen Juli bis Mitte August) die "Hundstage" (lat. dies caniculares, Tage des Hundssterns). Im deutschen Volksglauben wurden die Hundstage ab dem 15. Jahrhundert als Unglückszeit angesehen. Sirius galt bei den Griechen als Wegbereiter der Tollwut.

Auch bei vielen nordamerikanischen Volksstämmen wird Sirius mit Hunden oder Wölfen assoziiert. Bei den Cherokee beispielsweise sind Sirius und Antares die Hundssterne, welche die Enden des "Pfades der Seelen" (der Milchstraße) bewachen: Sirius das östliche Ende am Winterhimmel, Antares das westliche Ende am Sommerhimmel. Eine aus der Welt scheidende Seele muss genug Futter mit sich tragen, um beide Hunde zu besänftigen, wenn sie nicht ewig auf dem Pfad der Seelen herumirren will. Die Pawnee bezeichnen Sirius als Wolfstern.

Bei den Chinesen bildeten Sterne der heutigen Konstellationen Achterdeck und Großer Hund ein Pfeil und Bogen darstellendes Sternbild. Der Pfeil zielte direkt auf den "Himmelswolf", nämlich Sirius." (wikipedia) ©Simone Neusüß 2013 (Fotos: Simone Neusüß)